DMX-Rechner
Drei Werkzeuge, die wir bei jedem Lichtaufbau brauchen – in einem Tool: DMX-Adresse in DIP-Schalter umrechnen (und zurück), einen Patch-Plan über mehrere Universen erstellen und Universen für Art-Net und sACN übersetzen. Alles läuft direkt im Browser, auch am Handy auf der Bühne.
1) So funktioniert die DMX-Adresse
Ein DMX-Universum hat 512 Kanäle. Jedes Gerät bekommt eine Startadresse und belegt ab dort so viele Kanäle, wie sein DMX-Modus hat. Ein LED-PAR im 8-Kanal-Modus auf Adresse 33 belegt also 33 bis 40.
Wichtig sind drei Dinge:
- Der Modus entscheidet die Kanalzahl. Viele Geräte haben mehrere Modi (z. B. 8, 14 oder 22 Kanäle). Im Pult und am Gerät muss derselbe Modus eingestellt sein.
- Adressen dürfen sich nicht überlappen – außer du willst Geräte bewusst gleich ansteuern (z. B. vier identische PARs auf derselben Adresse).
- Ein Gerät darf nicht über Kanal 512 hinausragen. Passt es nicht mehr komplett ins Universum, kommt es ins nächste – der Patch-Planer oben macht das automatisch.
2) DIP-Schalter lesen und einstellen
Geräte ohne Display stellen die Adresse über DIP-Schalter ein. Jeder Schalter hat einen festen Wert, der sich von Schalter zu Schalter verdoppelt. Die Adresse ist die Summe aller Schalter auf ON.
| Schalter | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wert | 1 | 2 | 4 | 8 | 16 | 32 | 64 | 128 | 256 | 512 |
Von Hand rechnen geht so: Nimm den größten Schalterwert, der noch in die Adresse passt, zieh ihn ab und mach mit dem Rest weiter. Für 101: 64 passt (Rest 37), 32 passt (Rest 5), 4 passt (Rest 1), 1 passt (Rest 0) – fertig.
Zwei Sonderfälle, an denen man auf der Bühne gern hängen bleibt:
- Schalter 10 ist eine Funktion. Bei vielen Geräten schaltet er z. B. Sound-to-Light oder den Master/Slave-Betrieb. Dann gehen nur Adressen bis 511 – im Rechner einfach „9 Schalter“ wählen.
- Das Gerät zählt ab 0. Ein paar ältere Geräte erwarten die Summe „Adresse − 1“. Wenn ein Gerät partout eine Adresse daneben liegt, im Rechner die Zählweise umstellen.
3) Universen planen
Sobald mehr als 512 Kanäle zusammenkommen, brauchst du ein weiteres Universum – also eine weitere DMX-Linie oder einen weiteren Ausgang am Art-Net-/sACN-Node. Schnell passiert das bei:
- Moving Lights im Extended-Modus (oft 20–40 Kanäle pro Gerät)
- Pixel-Fixtures und LED-Bars, bei denen jede Zelle eigene Farbkanäle hat
- LED-Strips und Pixel-Mapping – hier ist ein Universum schnell voll
Mehr dazu, wie du Kanalbedarf und Reserven sauber planst, steht im Guide DMX Universen planen.
4) Art-Net und sACN: Universen richtig übersetzen
Im Netzwerk werden Universen als Nummern übertragen – und hier zählen die Systeme unterschiedlich:
- Art-Net adressiert über eine 15-Bit-Port-Adresse aus Net (0–127), Sub-Net (0–15) und Universe (0–15). Gezählt wird ab 0. Viele Pulte zeigen trotzdem „Universum 1“ an und meinen damit Art-Net 0:0:0.
- sACN (E1.31) zählt ab 1. Universum 1 im Pult ist auch sACN-Universum 1. Bei Multicast hat jedes Universum eine eigene Adresse (239.255.x.y).
| Universum (Pult) | Art-Net Net:Sub:Uni | Art-Net Port | sACN-Universum |
|---|---|---|---|
| 1 | 0:0:0 | 0 | 1 |
| 2 | 0:0:1 | 1 | 2 |
| 16 | 0:0:15 | 15 | 16 |
| 17 | 0:1:0 | 16 | 17 |
| 32 | 0:1:15 | 31 | 32 |
| 33 | 0:2:0 | 32 | 33 |
| 256 | 0:15:15 | 255 | 256 |
| 257 | 1:0:0 | 256 | 257 |
Welches Protokoll wann sinnvoller ist und wie das Netzwerk stabil bleibt: Art-Net vs sACN.
5) Patch-Plan in der Praxis
Ein guter Patch ist einer, den auch jemand versteht, der um 3 Uhr früh beim Abbau einspringt. Unsere Checkliste:
- DMX-Modus jedes Geräts aus der Anleitung oder dem Display notieren
- Gerätegruppen auf „runden“ Adressen starten lassen (1, 101, 201 …) – leichter zu merken
- Puffer für Ersatzgeräte und spontane Erweiterungen einplanen
- Adresse und Universum auf jedes Gerät kleben (Gaffa + Stift reicht)
- Patch-Liste ausdrucken oder als CSV am FOH und beim Lichttechniker auf der Bühne
- Nach dem Aufbau jedes Gerät einzeln im Pult anwählen und testen
Den Patch kannst du oben als CSV exportieren, drucken oder als Link teilen – der Link enthält den kompletten Patch, ohne dass etwas gespeichert oder hochgeladen wird.
6) Häufige Fehler – und schnelle Lösungen
- Falscher Modus: Gerät reagiert „komisch“ (Farbe statt Bewegung) – Modus am Gerät und im Pult vergleichen.
- Überlappende Adressen: Zwei Geräte reagieren gemeinsam, obwohl sie es nicht sollen – Patch-Liste prüfen.
- Kein Abschlusswiderstand: Flackern oder Zucken am Ende der Linie – am letzten Gerät einen DMX-Terminator (120 Ω) stecken.
- Zu viele Geräte an einer Linie: Mehr als 32 Geräte oder sehr lange Kabelwege – mit einem DMX-Splitter aufteilen.
- Y-Kabel statt Splitter: DMX darf nicht einfach verzweigt werden – immer Splitter verwenden.
- Mikrofonkabel statt DMX-Kabel: Funktioniert kurz, macht aber auf langen Strecken Fehler – echte 110-Ω-DMX-Kabel verwenden.
Weitere Insights
- DMX Universen planen: Kanalbedarf, Patch-Strategie und Reserven
- Art-Net vs sACN: Protokollwahl & Netzwerk-Setup am Event stabil bauen
- Hazer vs Nebelmaschine: Unterschied, Einsatz & typische Venue-Stolpersteine
- Lautsprecher-Delay berechnen – mit Rechner