Insights›led-walls›Content für LED-Wände: Auflösung, Formate & Pixelmap richtig anlegen

Content für LED-Wände richtig anlegen

Warum 1920 × 1080 selten passt, wie du die echte Auflösung berechnest und welche Formate am Showtag stressfrei laufen.
Praxisguide für Agenturen, Grafiker:innen, Motion Designer und Veranstalter.
LED Wall Systems & Video · 6 min read · Updated 2026-10-12

LED-Wand Content erstellen: Auflösung aus Pixelpitch und Wandgröße berechnen, Pixelmap, Seitenverhältnis, Videoformate (H.264, ProRes, HAP), Framerate und Checkliste für die Content-Abgabe.

In diesem Guide
  1. Das häufigste Problem
  2. 1) Die echte Auflösung berechnen
  3. 2) Seitenverhältnis: für die Wand gestalten, nicht für den Beamer
  4. 3) Formate und Codecs
  5. 4) Gestaltung: was auf LED gut aussieht
  6. 5) Abgabe: so läuft es am Showtag
  7. Quick-Checklist Content
  8. 🧾 Fazit
  9. Planst du ein Event?
  10. Weitere Insights
  11. Autor

Das häufigste Problem

Praxisregel
Eine LED-Wand hat ihre eigene Auflösung. Content in 1920 × 1080 „passt“ nur zufällig.

Viele Probleme am Showtag beginnen bei der Content-Abgabe: Logos werden verzerrt, Text ist abgeschnitten oder unscharf, Videos ruckeln. Fast immer liegt es daran, dass der Content für einen Fernseher gebaut wurde – nicht für die tatsächliche LED-Wand.


1) Die echte Auflösung berechnen

Eine LED-Wand besteht aus Cabinets (Modulen), meist 500 × 500 mm oder 500 × 1000 mm. Jedes Cabinet hat eine feste Pixelanzahl, die vom Pixelpitch abhängt (Abstand zwischen zwei Pixeln in mm).

Formel: Wandbreite (mm) ÷ Pixelpitch (mm) = Pixel in der Breite

Am genauesten rechnest du über die Cabinets laut Datenblatt:

  • P2,6: 192 × 192 px pro 500er-Cabinet
  • P2,9: 168 × 168 px
  • P3,9: 128 × 128 px
  • P4,8: 104 × 104 px

Beispiel: Wand 6 × 3 m aus 500er-Cabinets mit P3,9 → 12 × 6 Cabinets → 1536 × 768 px. Das ist ein Seitenverhältnis von 2:1, nicht 16:9.

Diagramm · Auflösung
Berechnung der LED-Wand-Auflösung aus Cabinets und Pixelpitch
Die Content-Auflösung ergibt sich aus Cabinet-Anzahl × Pixel pro Cabinet – nicht aus einem Videostandard.

2) Seitenverhältnis: für die Wand gestalten, nicht für den Beamer

LED-Wände sind oft breiter (2:1, 3:1) oder haben ungewöhnliche Formen. Wird 16:9-Content einfach skaliert, entstehen schwarze Balken oder Verzerrungen.

  • Content nativ im Seitenverhältnis der Wand gestalten
  • Bei mehreren Flächen (Center + Sidewalls) gibt es meist eine gemeinsame Pixelmap, auf der alle Flächen nebeneinander liegen
  • Safe Areas einplanen: Wo verdecken Bühnenaufbauten, Pult, Truss oder Personen einen Teil der Wand?
Check
Vor der Produktion die Pixelmap (PNG-Vorlage mit allen Flächen und Pixelangaben) beim Technikdienstleister anfordern.

3) Formate und Codecs

Was am Showtag abgespielt wird, hängt vom Zuspieler ab (einfacher Player, Laptop oder Medienserver). Bewährt hat sich:

  • Videos für einfache Zuspielung: MP4 mit H.264, in voller Pixel-Auflösung der Wand
  • Videos für Medienserver (z. B. Resolume): Codecs wie HAP oder ProRes, die sich ruckelfrei und framegenau abspielen lassen
  • Standbilder und Logos: PNG (bei Bedarf mit Transparenz)
  • Präsentationen: möglichst als Video oder Bilder exportieren – PowerPoint auf ungewöhnlicher Auflösung macht oft Probleme

Framerate: In Europa sind 25 oder 50 fps üblich. Das passt zu Stromnetz, Kameras und Livestream und vermeidet Ruckeln und Flimmern im Kamerabild.

Farbraum: Standard ist Rec. 709 / sRGB. Exportiere ohne exotische Farbprofile.

Planst du ein Event?
Kurzcheck durch unser Technik-Team
Technischer Kurzcheck: Schick uns Wandgröße, Pixelpitch (falls bekannt) und deinen Content-Plan. Wir schicken dir Pixelmap und Spezifikation für die Abgabe.
Technik anfragen

4) Gestaltung: was auf LED gut aussieht

  • Dunkle Hintergründe wirken auf LED hochwertig: Schwarz ist „aus“, das spart Strom und blendet nicht
  • Vollflächiges Weiß vermeiden: blendet das Publikum, sieht auf Kamera schlecht aus und zieht maximale Leistung
  • Feine Linien und kleine Schrift werden bei grobem Pitch unscharf – lieber kräftige Schriften und große Schriftgrößen
  • Lesbarkeit aus der letzten Reihe testen, nicht am Schreibtisch
  • Bewegung: schnelle, kontrastreiche Muster flimmern auf Kamera – bei Livestream oder IMAG vorher testen

5) Abgabe: so läuft es am Showtag

  • Content-Abgabe einige Tage vor dem Event, damit getestet werden kann
  • Klare Dateinamen: Reihenfolge, Programmpunkt, Version (z. B. 03_Keynote-Intro_v2.mp4)
  • Alle Fonts als Grafik eingebettet, keine Live-Abhängigkeiten
  • Ein Backup auf separatem Datenträger
  • Eine Run-Order (Ablauf), wann welcher Content läuft

Quick-Checklist Content

  • ✓ Pixelmap mit exakter Auflösung erhalten
  • ✓ Content nativ in Wand-Auflösung und Seitenverhältnis
  • ✓ Safe Areas berücksichtigt
  • ✓ Codec passend zum Zuspieler, 25/50 fps
  • ✓ Lesbarkeit und Kamera-Tauglichkeit getestet
  • ✓ Abgabe rechtzeitig, mit Run-Order und Backup

Fazit

Guter LED-Content beginnt bei der richtigen Pixelmap. Wer die echte Auflösung kennt, im passenden Seitenverhältnis gestaltet und in einem stabilen Format abgibt, hat am Showtag scharfe Bilder statt Stress.


Planst du ein Event?

Planst du ein Event?
Wir liefern LED-Wand, Pixelmap und Zuspielung aus einer Hand
Inklusive Content-Spezifikation vorab, Test vor Ort und Operator im Showbetrieb.

Weitere Insights


Autor

Autor
Ing. Marc Hiedl
Sound Engineer & Founder DROPIT Productions
Marc Hiedl plant seit Jahren professionelle Systeme für Live‑Events – mit Fokus auf Coverage, Workflow und belastbare Setups im Timeslot.
Passende Leistungen
LED Wall Systems & VideoTechnik anfragen
FAQ
Welche Auflösung braucht Content für eine LED-Wand?

Genau die Pixel-Auflösung der Wand: Cabinets × Pixel pro Cabinet. Eine 6 × 3 m Wand in P3,9 hat z. B. 1536 × 768 px.

Kann ich einfach Full HD (1920 × 1080) liefern?

Nur wenn die Wand zufällig dieses Format hat. Sonst wird skaliert oder beschnitten – das kostet Schärfe und kann Logos verzerren.

Welches Videoformat ist am besten?

Für einfache Player MP4/H.264, für Medienserver Codecs wie HAP oder ProRes. Immer in voller Wand-Auflösung und mit 25 oder 50 fps.

Was ist eine Pixelmap?

Eine Vorlage (meist PNG), die alle LED-Flächen mit ihrer exakten Pixelgröße und Position zeigt. Darauf baut die Grafik den Content auf.