Kurz gesagt
Die Frage „€/m²“ ist verständlich – aber unvollständig. Bei Events bezahlen Sie nicht nur Module, sondern ein System aus:
- LED-Fläche (m²) + Pixelpitch
- Processing/Mapping/Signalwege
- Rigging/Unterbau (groundsupport vs flown)
- Crew & Timeslots (Aufbauzeit ist ein Kostentreiber)
- Logistik/Access/Transport
1) €/m² als Richtwert – was darin (oft) fehlt
Viele Angebote wirken „billig“, weil Teile fehlen oder versteckt sind. Typische Lücken:
- Processing/Controller/Spare Receiver
- Backup-Input / Redundanz
- Mapping/Color/Calibration Zeit
- Content-Spec (Canvas, Safe-Zones, Export)
- Rigging-Freigabe / Abnahme-Handling
2) Indoor vs Outdoor: Helligkeit & Wetter treiben Budget
Outdoor bedeutet meist:
- höhere Nits (Helligkeit) + anderes Dimming-Handling
- Wetterschutz / IP-Rating / zusätzliche Safety
- oft mehr Rigging/Unterbau (Wind!)
Für Beach Clubs ist nicht nur „Sonne“ relevant, sondern auch:
- Salz/Feuchte (Steckverbindungen, Korrosion)
- Wind-Lasten & Ballastierung
- schnell wechselnde Lichtstimmung (Tag → Sunset → Nacht)
3) Pixelpitch: nicht „kleiner = besser“, sondern „passend“
Pitch ist ein Haupttreiber in Preis und Nutzen. Entscheidend sind:
- Viewing Distance (Publikum)
- Kamera/IMAG (Moiré-Risiko)
- Content-Detailgrad (Schriftgrößen, Logos)
4) Processing/Mapping/Regie: hier gewinnen (oder verlieren) Sie Zeit
Eine LED-Wand hängt nicht „fertig“, wenn sie mechanisch hängt. Kritische Zeitblöcke:
- 1:1 Pixelmapping (kein Scaling)
- EDID/Scaling Troubleshooting
- Color/Calibration (Kanten/Module)
- Backup-Input testen
Wenn diese Zeit nicht eingeplant ist, verschiebt sich die Abnahme – und das wirkt wie „LED ist teuer“, obwohl es eigentlich Workflow ist.
5) Aufbau/Abbau & Crew: der versteckte Kostentreiber
Zwei Events mit gleicher m²-Zahl können völlig unterschiedliche Kosten haben:
- kurzer Timeslot / schlechter Access → mehr Crew / mehr Puffer
- flown Rigging mit Freigaben → Wartezeiten
- lange Wege / kleine Türen / Aufzug → Zeit frisst Budget
Beispiel: LED Wall für ein Outdoor Event
Setup (praxisnah):
- LED Wall: 10 m × 4 m
- Pixelpitch: 3.9 mm
- inkl. Processing, Rigging/Unterbau und Aufbau
Was hier die Kosten typischerweise treibt:
- Outdoor-Helligkeit/Wetter-Safety
- Rigging (Wind/Statik) + zusätzliche Sicherungen
- Processing/Mapping + Backup-Input
- Crew/Timeslot + Access/Transport
Merksatz: Bei dieser Größenordnung entscheidet selten nur €/m², sondern ob das Setup im Slot show‑ready wird.
6) Angebots-Checkliste (damit €/m² vergleichbar wird)
LED System
- [ ] Größe (m) + Pixelpitch
- [ ] Indoor/Outdoor, Helligkeit, Dimming-Owner
- [ ] Spare Modules/Receiver (wie viele?)
Video/Processing
- [ ] Controller/Processing inklusive
- [ ] Mapping/Calibration/Backup-Input im Scope
- [ ] Content-Spec (Canvas, Safe-Zones, Export)
Rigging / Unterbau
- [ ] groundsupport oder flown + Lasten/Freigaben
- [ ] Wind/Outdoor-Safety, Ballastierung
Power & Signal
- [ ] Strom (CEE, Position), getrennte Kreise wo sinnvoll
- [ ] Signalwege (FOH, Patch, Fiber/HDMI/SDI)
Timeslots & Crew
- [ ] „Ready for show“ Zeitpunkt fixieren
- [ ] Puffer für Troubleshooting eingeplant
Fazit
„Kosten pro m²“ ist ein Startpunkt. Für belastbare Planung brauchen Sie den Blick auf Workflow + Rigging + Access. Wenn das sauber spezifiziert ist, werden Angebote vergleichbar – und der Showtag kalkulierbar.
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Weitere Insights
- LED Wall Aufbauzeit: Wovon sie wirklich abhängt (Größe, Rigging, Access)
- Welche Pixelpitch für Bühne? 2.6 vs 3.9 vs 4.8 mm (Indoor/Outdoor)